Die größte Besonderheit Hasborns ist ohne Zweifel der alte Eichenhain. Eine solche Ansammlung uralter, riesiger Eichen dürfte in Deutschland einmalig sein. Auf 7000 Quadratmetern im Ort stehen Bäume, die teils 350 Jahre alt sind. Sie wachsen auf dem letzten Hütewald und ältestem Naturdenkmal im Kreis. Der folgende Text erklärt sein Zustandekommen: „Dieser Eichenhain ist der Überlieferung nach während des 30jährigen Krieges entstanden, als marodierende Banden es den Bauern unmöglich machten, die Schweine zur Waldweide in die umliegenden Eichenwälder zu treiben. Statt dessen sammelte die Dorfbevölkerung die Eicheln im Wald zusammen und schütteten sie anschließend am Ortsrand den Tieren als Futter aus. Einige Früchte sollen dabei von den Vierbeinern in den Boden eingearbeitet worden sein, so dass sich Keime und Schösslinge entwickeln konnten“.
(Quelle: Karl-Josef Prüm: Natur vor Ort erleben“ Verlag Sanfter Tourismus Trier. 1997).

Der Eichenhain befindet sich in der Mitte des Dorfes

 

Der Eichenhain liegt mitten im Dorf, eingebettet zwischen Häusern, der Kirche, der Schule und dem Sportgelände. Wie in einem Park stehen dort die Bäume, weit auseinander, mit ausladenden Kronen, durch die Licht fällt, unten wächst Gras zwischen ihnen. Man könnte dort auch gut Fußball spielen, mit den Bäumen als mächtige Tore, die aber einen sehr großen Pfostenabstand hätten.

Die Eiche hat einen Umfang von 5,80 m

 

Einer der Bäume hat einen Umfang von 5,80 Meter. Neun Viertklässler können ihn zusammen umfassen. Der Riese wurde vor einigen Jahren vom Blitz getroffen, deshalb fehlt ihm an einer Seite die Rinde. Auch er gehört zum großen Naturdenkmal. Diesen Titel trägt das 7000 Quadratmeter große Wäldchen seit den 30er Jahren. Damit soll der einzig erhaltene Hütewald (so bezeichnet man einen Wald, der vor Jahrhunderten als Weide genutzt wurde) im Kreis Bernkastel-Wittlich geschützt werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er angelegt. Zu dieser Zeit war es üblich, dass Schweinehirten die Tiere aus dem Dorf in den Wald trieben, damit sie dort Eicheln fraßen. Während der kriegerischen Zeit wurden die Hirten, wenn sie sich zu weit vom Dorf entfernt hatten, aber oft überfallen und ihre Schweine gestohlen. Deshalb legten die Menschen damals kleine Eichenwälder in der Nähe oder am Ortsrand an. Heute sieht man längst keine Hirten mehr, die ihre Schweineherde zum Fressen umhertreiben. Hasborns Eichen jedoch sind geblieben. In einigen anderen Orten, beispielsweise in Gipperath, stehen auch noch einzelne Bäume an den Plätzen, wo es früher ganze Wälder gab.
Forstrat Franck Neygenfind, Revierleiter im Forstzweckverband Öfflingen, zu dem Hasborn gehört, erklärt: „Im Laufe der Jahrhunderte sind die Wälder oft der Wohnbebauung gewichen, wenn die Orte gewachsen sind.“ Viel Geld lässt sich mit den Bäumen in Hasborn nicht verdienen, denn sie sind über ihren wirtschaftlichen Höhepunkt hinaus. Frank Neygenfind sagt: „Die meisten alten Bäume, die hier stehen, sind entwertet, weil sie beschädigt sind, durch Blitzeinschläge beispielsweise. Sie sind aber für die Insekten- und Tierwelt sehr wertvoll.“

Fledermäuse finden beispielsweise in den Baumhöhlen ihren Platz, Eichhörnchen und auch Hirschkäfer finden hier ein Zuhause.
Eine besondere Pflege brauchen die Bäume nicht. „Es ist Pflege genug, wenn man nichts macht und sie einfach wachsen lässt, denn auch mit 350 Jahren haben sie erst die Hälfte ihres möglichen Lebensalters erreicht“, so der Experte Neygenfind. Die Kinder der Grundschule Hasborn, die direkt am Eichenhain liegt und auch so heißt, haben mit dem Wäldchen viel Spaß.

Die Grundschule hat die Patenschaft über das Naturdenkmal übernommen.

Die neue Schulleiterin, Christiane Hahn, hat zu ihrem Einstand auch ein kleines Eichenbäumchen geschenkt bekommen, das sie zusammen mit Udo Schäfer, Forstwirtschaftsmeister, und natürlich den Schülern gepflanzt hat. Doch es gibt noch mehr für die kleinen Hütewaldpaten zu tun: Bei ihren Arbeitseinsätzen dürfen die Kinder zum Beispiel kleine Äste abschneiden oder im Sommer das Gras um die kleinen Bäumchen entfernen, damit sie genug Wasser erhalten und wachsen können. Damit sichern die Kinder, dass auch zukünftige Generationen sich an Hasborns Besonderheit freuen können.
(Quelle: Beitrag im TV vom 26.12.2014: “ Hasborn pflegt ältestes Naturdenkmal im Kreis Bernkastel-Wittlich“)

Im Jahre 2015 hat Forstrat Franck Neygenfind eine Initiative gestartet, den Eichenhain als „Nationales Naturmonument“ ausweisen zu lassen. Es handelt sich hierbei um eine neue Kategorie zum Schutz herausragender Naturobjekte. Per 2016 ist noch kein Nationales Naturmonument ausgewiesen. Es bleibt zu wünschen, dass dieses Vorhaben gelingt. Damit würde der Hasborner Eichenhain nicht nur unter einen besonderen Schutz gestellt, sondern auch überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
(Quelle: „Hasborn: Erinnerungen an eine versunkene Welt“ von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon)